Es ging erstaunlich schnell. Eigentlich erst für „Irgendwann 2021 …“ angekündigt, wurde die neue Analytics Version GA4 bereits am 14. Oktober 2020 live gestellt. Getrieben wurde die Entwicklung auch Äußerungen von Google zufolge durch die Änderungen im europäischen und internationalen Datenschutzrecht. DSVGO und CCPA (California Consumer Privacy Act) sowie die Rechtsprechung verschiedener Gerichte wie des EuGHs in diesem Zusammenhang erschwerten das Tracking zunehmend. Googles Antwort darauf ist einerseits, die fehlenden Daten mittels Modellierung durch Künstliche Intelligenz (Machine Learning) zu ersetzen, andererseits Analytics 4 von vornherein datenschutzkonformer zu gestalten. So werden zum Beispiel jetzt die IP-Adressen der Besucher schon in der Grundeinstellung anonymisiert.

Aber Google Analytics 4 (GA4) bietet noch viel mehr: Beispielsweise muss man jetzt nicht mehr den Code anpassen, um Standard-Events / Ereignisse zu erfassen, sondern kann dies mit simplen Einstellungen in der Google Analytics Benutzeroberfläche umsetzen. Auch für Cross-Domain-Tracking benötigt man jetzt keine Codeänderungen mehr und mit dem neuen Analytics kann eine breite Palette von Daten aus Nicht-Website-Quellen (wie z. B. Apps) einfach eingebunden werden. Unter dem Stichwort App + Web liegt der Fokus von GA4 darauf, den Analytics-Nutzern ein vollständiges Verständnis der Customer Journey über alle Geräte hinweg zu bieten. Dabei ist die End-to-End Shopper Journey im Vordergrund und nicht einzelne Metriken auf den Geräten oder Seiten. Erfahre in diesem Beitrag mehr zu den Neuerungen von Analytics 4 und wie Du die neue Plattform für Dein Online-Marketing nutzen kannst.

Analytics 4 Startseite

Was ist Google Analytics 4?

Laut Statements von Google ist der Zweck des neuen Analytics eine Next-Generation-Plattform zu schaffen, die X-Channel-Messung, „Privacy-first“-Tracking und auf Künstliche Intelligenz (KI) basierende Vorhersagedaten miteinander verbindet. Durch den Einsatz von Machine Learning Modellen kann GA4 Traffic-Daten und das Besucherverhalten ermitteln, ohne „Hits“ von jeder Seite zu benötigen.

Dabei orientiert GA4 sich am „App + Web“-System, das bereits 2019 veröffentlicht wurde. Ziel der „App + Web“-Version war als Ergänzung zur Firebase, der integrierten mobilen Development Plattform mit mehr als 15 Tools für Android und iOS, eine kanalübergreifende Lösung zu schaffen, die auch Web-Daten miteinbezieht. Sie gibt Marketern die Möglichkeit, Nutzer über Apps, Websites und Software hinweg zu verfolgen.

Die Konsequenz dieses Ansatzes ist, dass sich der Fokus weg von Sitzungen und Seitenaufrufen hin zum Nutzer und dessen Ereignissen verschiebt. Und das über die gesamte User Journey – vom ersten Kontakt über die Conversion bis hin zur Kundenbindung. Dazu werden neben Cookies drei unterschiedliche Identifikatoren eingesetzt: User IDs, die durch den Marketer bereitgestellt werden müssen, konkrete von Google ermittelte Signale und Geräteinformationen.

Auch das Ereignis- / Event-Tracking wird deutlich erleichtert. Es sind verschiedene automatisierte Ereignisse vorhanden, die keinen manuell angepassten Code mehr erfordern. So können jetzt zum Beispiel die Linkklicks, Scrolls oder der Aufruf von YouTube Videos automatisch mitgetrackt werden.

Aufgearbeitet werden die Daten in neu aufgebauten und vereinfachten Berichten, durch die der Customer Lifecycle besser verstanden werden kann. Mit neuen smarten Reports, die auch u.a. mithilfe von KI erstellt werden, können Unternehmen Trends im Nutzerverhalten frühzeitig identifizieren, etwa die verstärkte Nachfrage nach einem Produkt. Zudem werden auch Prognosen angeboten, wie sich die Nutzer zukünftig verhalten werden.

Durch den Einsatz von Machine Learning in GA4 können – wie bereits erwähnt – auch Lücken gefüllt werden, die entstehen, wenn Nutzer sich gegen eine Cookie-Nutzung bzw. Datenerfassung entscheiden. Nicht nur die Internetnutzer selbst, teilweise dazu erst durch den Gesetzgeber angestachelt, auch die Browseranbieter werden immer knauseriger, was die Einräumung der Möglichkeit betrifft, Sitzungen oder wiederkehrende Nutzer mit Cookies zu verfolgen. Viele Unternehmen, die das traditionelle Universal Analytics verwenden, standen nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gesetzlich eingeforderten Cookie-Einwilligungsoptionen häufig vor dem Problem, dass sie nur noch auf eine lückenhafte und systematisch ungenaue Datenbasis zugreifen konnten. Genau dieses Problem versucht Google jetzt mit dem neuen Analytics 4 aktiv anzugehen und eine zukunftssichere Lösung anzubieten.

Demografische Merkmale in Analytics 4

Was sind die wesentlichen Neuerungen von Analytics 4?

Fassen wir zusammen, was die drei grundlegenden Neuerungen von Google Analytics 4 sind:

  1. Machine Learning: Künstliche Intelligenz ist das Herzstück des neuen GA4. Mit ihr können nicht nur Trends in den Daten frühzeitig erkannt, sondern auch das Kundenverhalten prognostiziert werden.
  2. Customer Lifecycle: Der Kundenlebenszyklus und damit der Nutzer sind im Fokus des neuen Analytics 4. Von der Akquise bis zur Kundenbindung kann der Kunde über App und Web mithilfe von unterschiedlichen Identifikatoren verfolgt werden.
  3. Zukunftssichere Lösung: Laut Google ist das neue Analytics 4 auf Langlebigkeit ausgelegt. Es funktioniert mit oder ohne Cookies und nutzt die Vorteile der Modellierung durch KI und gleicht damit Lücken in den Daten aus. Zudem wird das Datenmanagement durch entsprechende built-in Features deutlich erleichtert.
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Auch in Hinblick auf den Funktionsumfang hat sich bei GA4 im Vergleich zu Universal Analytics einiges getan. Folgende neue spannende Möglichkeiten bietet das neue Analytics 4 u. a.:

  • Automatisierte Ereignisse: Beim Analytics 4 kannst Du in einer hohen Detailtiefe die Nutzer-Interaktionen mit Deinen Inhalten messen – ohne den Code anzupassen. Dazu musst Du nur beim Setup Deiner Analytics 4 Property die entsprechenden Einstellungen vornehmen bzw. diese übernehmen. Die sogenannten Optimierten Analysen kannst Du allerdings nur auf Web-Daten anwenden. Mit den automatisierten Ereignissen können folgende Events gemessen werden: Scrolls, Klicks auf externe Links, Interne Website-Suche, Engagement mit Videos und
  • App + Web Datenstreams: Die alten Datenansichten im Universal Analytics heißen im GA4 Datenstreams / Datastreams. Die Ebenen sind wie folgt: Konten > Properties > Datenstreams. Im Prinzip sind Datenstreams nichts anderes als Datenquellen, zum Beispiel eben eine Website oder eine App. Bei Erstellung eines Datenstreams kann ausgewählt werden, ob die Daten von einer iOS-App, Android-App oder aus dem Web stammen. Maximal 50 Datenstreams können pro Property erstellt werden.
  • Geräte- und plattformübergreifendes Reporting: Der holistische Ansatz von Analytics 4 ermöglicht Marketern, die Wirkung aller ihrer Marketingmaßnahmen in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Dabei ist es möglich, App- und Web-Interaktionen sowie ggf. auch Berührungspunkte mit weiteren Touchpoints gemeinsam zu messen und sich in den Analysen anzeigen zu lassen. Ziel des neuen Analytics ist es, geräte- und kanalübergreifende Daten auf einer Plattform mit gleichen Kriterien zusammenzuführen, sodass die Online- und ggf. auch Offline-Aktivitäten von Besuchern und Kunden ganzheitlich ausgewertet werden können.
  • Erweitertes Nutzer-Tracking: Bei Universal Analytics konnte entweder nur mit dem Analytics-Cookie getrackt werden, das geräteübergreifend nicht funktioniert, oder es mussten User-IDs angelegt werden. Die Nutzer Identifikation bei Analytics 4 ist hingegen mehrstufig. Wenn keine eigene User-ID übermittelt wurde, dann versucht Analytics automatisch, den Nutzer über Google-Signale zu identifizieren. Fehlen auch diese, wird die Cookie- oder die Geräte-ID genutzt. Zudem ist jetzt domainübergreifendes Tracking auch ohne Code-Anpassung möglich.
  • Neues Measurement Protocol: Dieses wurde komplett überarbeitet und bietet jetzt verschiedene neue Möglichkeiten. Beim Measurement Protocol handelt es sich um einen Standardsatz von Regeln, die beachtet werden müssen, um rohe Trefferdaten direkt an den Analytics-Server zu senden. Das Messprotokoll wird für die Implementierung von Tracking von externen Geräten, also irgendwas, was weder Website noch App ist, beispielsweise Kassensysteme, verwendet. Neue Features sind zum Beispiel: Ein Validierungsserver, durch den Fehler beim Aufbau des Requests besser gefunden werden können sowie die Möglichkeit, mehrere Events pro Request zu übermitteln. Anstelle des Hit Builders gibt es für Analytics 4 jetzt den Event Builder zur Erstellung und Validierung des Measurement Protocols.

Universal Analytics vs. Analytics 4: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Im Folgenden zeigen wir wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Universal Analytics und Analytics 4 in einer Tabelle auf:

Objekt Universal Analytics Analytics 4

Navigation

Aufteilung nach „Startseite, Anpassung, Berichte (Echtzeit, Zielgruppe, Akquisition, Verhalten, Conversions), Attribution, Entdecken, Verwaltung“ .

Aufteilung nach „Berichte (Berichte oder
Firebase-Berichte), Startseite, Echtzeit, Lebenszyklus (Akquisition, Engagement, Monetarisierung, Bindung), Nutzer (Demographische Merkmale, Tech.), Ereignisse (Conversions, Alle Ereignisse), Erkunden (Analyse), Konfigurieren (Zielgruppen, Nutzereigenschaften) DebugView, Verwaltung“

Datenmodell

User (1) machen Sitzungen (2) und in diesen finden Hits bzw. Treffer (3) statt. Die Hits unterscheiden sich nach ihrem Typ, zum Beispiel pageview, screenview, event, transaction, item, social, exception und timing hits.

Universal Analytics ist sitzungsorientiert. Die Ereignisse werden den Sitzungen zugeordnet.

User mit „Nutzereigenschaften“ lösen „Events“ bzw. „Ereignisse“ aus. Diese sind in vier verschiedene Ereignis-Arten aufgeteilt.

  1. Automatisch erfasste (page_view, session_start, user_engagement, first_visit),
  2. Optimierte Analysen (scroll, click, view_search_results, video_start – video_progress –video_complete, file_download)
  3. empfohlene (z. B. login, transaction_id, value,currency, tax, shipping, items, share, sign_up)
  4. und benutzerdefinierte Ereignisse.

GA4 ist user- und ereignisorientiert. U. a. durch die Möglichkeit der „Optimierten Analysen“ ist die Datenbasis schon in der Grundeinstellung breiter als die von Universal Analytics. Wie bei UA endet eine Sitzung nach 30 Minuten Inaktivität.

Metriken 

  • Nutzer
  • Neue Nutzer
  • Sitzungen
  • Seitenaufrufe
  • Sitzungen ohne Absprung
  • Absprungrate
  • Durchschnittliche Sitzungsdauer
 

  • Nutzer
  • Neue Nutzer (first_visit)
  • Sitzungen
  • Aufrufe (page_view)
  • Sitzungen mit Interaktionen
  • Engagement-Rate
  • Durchschnittliche Interaktionsdauer pro Sitzung
  • Ereignisse pro Sitzung  (neu)
  • Sitzungen mit Interaktionen (neu)
  • Sitzungen mit Interaktionen pro Nutzer (neu)
  • Ereignisanzahl (neu)

Ereignisse 

Müssen manuell festgelegt werden. Jedes Ereignis hat eine Kategorie, Aktion, ein Label sowie einen Treffertyp.

Jeder Hit / Treffer zählt als Ereignis. Es gibt eine Reihe von vorgegebenen Ereignissen, die ausgewählt werden können (Optimierte Analysen).Kategorie, Aktion, Label werden durch zu definierende Parameter ersetzt. Für Benutzerdefinierter Ereignisse muss man jetzt nicht mehr in die Verwaltung gehen, sondern kann sie unter „Ereignisse“ > „Alle Ereignisse“ > „Event erstellen“ festlegen.

Conversions

In Universal Analytics sind Conversions Zielvorhaben, die oben beschriebenen Ereignisse.

In Analytics 4 ist alles Ereignis, daher ist natürlich nicht jedes Ereignis eine Conversion. Aber man kann jedes Ereignis als Conversion festlegen. Dazu geht man einfach unter „Ereignisse“ > „Alle Ereignisse“ und schiebt in der Spalte „Als Conversion markieren“ bei dem entsprechenden Ereignis den Regler nach rechts.

Parameter

Werden erfasst, das Konzept ist jedoch nicht um sie aufgebaut. Analytics 4 hat in diesem Zusammenhang einen klareren technikfokusierten Back-to-Basics-Ansatz.

Ein Ereignis Treffer, wenn er an Analytics 4 gesendet wird, umfasst einen Ereignisnamen und Parameter. 

Diese Parameter werden immer gesammelt:

  • ul / language (Browsersprache)
  • dl / page_location (URL)
  • dr / page_referrer (verweisende URL)
  • dt / page_title (Seitentitel)   
  • sr / screen_resolution (Bildschirmauflösung)

Diese Parameter werden u. a. wenn möglich gesammelt

  • cid / Client ID (die
    Cookie-Kennung)
  • uid / User ID (wird manuell festgelegt)
  • sid / Session ID (Die Sitzungskennung)
  • sct / Session count (Sitzungsanzahl)

 

Anpassung

Unter diesen Punkt lassen sich „Benutzerdefinierte Berichte“ erstellen

Nicht mehr vorhanden. Durch „Erkunden“ > „Analyse“ ersetzt.

Teilmengen von Daten (anschauen und vergleichen)

Segmente (Berichtsebene – durch Dimension, Dimensionswert, Messwerte und metrischen Wert definiert)

Vergleiche (durch Dimensionen und Dimensionswerte definiert) Vorteil u. a.: Die neuen Vergleiche sind stärker mit den Zielgruppen (Audiences) integriert. Es lassen sich auch verschiedene Datenstreams vergleichen, also zum Beispiel Web und App.

E-Commerce

Die „E-Commerce“ Berichte („Berichte“ > „Conversions“ > „E-Commerce“) erfassen in Universal Analytics Kaufdaten von Produkt- und Serviceleistungen, den Umsatz pro Transaktion sowie den Gesamtumsatz.

Analoge Berichte finden sich in Analytics 4 unter „Lebenszyklus“> „Monetarisierung“.

Seitenanzeige

Standard: URL

Standard: Title

Daten

Schon in UA werden hier auch ggf. Insights angezeigt. Der Punkt befindet sich ganz rechts neben „Teilen“ (Symbol).

Jetzt „Statistiken“ und befindet sich ebenfalls ganz rechts neben „Teilen“. Hier werden einem die wichtigsten Standardfragen beantwortet wie „Wie viele Nutzer habe ich pro Woche“ oder „Welche Sprachen sprechen meine Nutzer?“, aber man erhält auch Insights in Trends etc. Zudem gibt es eine „Statistikkarte“ auf der Startseite, wobei einige Tage vergehen, bis diese erscheint. Google muss erst genügend Daten sammeln. Bei der Identifikation von Trends etc. kommen in GA4 Machine Learning Algorithmen (sprich Künstliche Intelligenz) zum Einsatz.

Benutzerdefinierte Informationen

Nicht vorhanden

Es ist möglich, Bedingungen zu erstellen, auf deren Basis die u. a. auf Machine Learning beruhende Trend- und Änderungserkennung in der oben genannten „Statistikkarte“ durch Analytics 4 umgesetzt wird. Pro Property sind bis zu 50 benutzerdefinierte Informationen möglich. 

Filter

Datenansicht-Ebene: Große Auswahl an Filtern.

Bottraffic wird automatisch gefiltert. Die weiteren Filtermöglichkeiten von Analytics 4 auf Property Ebene sind offenbar in Arbeit.

Benutzerdefinierte Channel-Gruppierung

Möglich

Momentan nicht möglich

Standardberichte

Viele Standardberichte

Deutlich weniger Standardberichte, alle komplexen Berichte können jetzt unter dem neuen Punkt „Erkunden“ > „Analyse“ erstellt werden.

Echtzeitberichte

Vorhanden unter „Berichte“ > „Echtzeit“

In der Navigation jetzt der zweite Punkt nach
Startseite. Statt verschiedenen Menüpunkten ist jetzt alles übersichtlich auf einer Seite mit Kacheln dargestellt. Zudem wurden Echtzeit-Berichte in die Standard-Berichte integriert.

Domainübergreifende Messung

Nur über externe Änderungen

Domainübergreifende Messungen können in der Benutzeroberfläche konfiguriert werden „Verwaltung“ > „Datenstreams“ > Klick auf Stream > „Verbundene Website-Tags“

Zielgruppen 

Werden unter „Verwaltung“ > „Zielgruppendefinitionen“ > Zielgruppen“ erstellt.

Werden unter „Konfigurieren“ > „Zielgruppen“
erstellt. Vorteil ist, dass Zielgruppen standardmäßig in die Berichte integriert sind. Es gibt sogar eine eigene Ansicht in der Benutzeroberfläche unter „Lebenszyklus“ > „Akquisition“ > „Zielgruppen“. Zudem ist die Zielgruppendefinition durch die konzeptionelle Aufteilung in Nutzereigenschaften und Ereignisse einfacher und flexibler.

Segmente 

Segmente ist eine Kernfunktion von Universal Analytics. Segmente können in UA in einem beliebigen Bericht durch Klick auf „+ Segment hinzufügen“ erstellt werden.  Wenn man ein neues Segment erstellen will, klickt man hier auf „+Neues Segment“. Zudem kann man auch Segmente aus der Lösungsgalerie importieren.

Analytics 4 bietet neben den „Vergleichen“die Funktion der Segmente einnehmen, auch Segmentanalysen. Diese kann man in GA4 unter „Erkennen“ > „Analyse“ > „Übersicht“ > „Neue Analyse erstellen“ > Reiter „Verfahren“ > „Segmentüberschneidung“ (oder in der Vorlagegalerie) vornehmen.

User-ID

Keine standardmäßige Integration in Berichte, Analysen und Statistiken.

Standardmäßige Integration in Berichte, Analysen und Statistiken.

Client-ID

Eindeutiger, zufallsgenerierter String, der zur Identifizierung des Nutzers dient und im Cookie gespeichert wird.

Gleiches Prinzip

Benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte

Funktionieren wie die normalen Dimensionen und Messwerte (z. B. Dimension: „Stadt“, Messwerte: „Neue Nutzer“, „Sitzungen“), nur, dass mit ihnen Daten gesammelt und analysiert werden können, die nicht automatisch erhoben werden. Dazu ist ggf. eine Anpassung des Tracking-Codes notwendig.

In GA4 kann man bisher nur Ereignissen Benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte hinzufügen. Bald soll dieses aber auch für User möglich sein und im Laufe des Jahres auch für Items / Produkte. Die Integration ist einfach: Unter „Ereignisse“ > „Alle Ereignisse“ auf den blauen Reiter  „Benutzerdefinierte Definitionen verwalten“ klicken.

Gruppierung nach Content

Vorhanden: Ermöglicht den Content eine logische Struktur zu geben und separat auszuwerten: Beispielsweise könnte nach T-Shirts, Hemden, Pullover, Hosen etc.  die Seite in verschiedene Contentblöcke aufgeteilt werden. Dazu bietet UA folgende Möglichkeiten:

  • Gruppierung via Tracking-Code (Codeanpassung nötig)
  • Gruppierung via
    Extraktion (Title oder URL)
  • oder durch Regeldefinition.

Nicht vorhanden – lässt sich aber z. B. simulieren, indem man in GA4 entsprechende Ereignisse erstellt und ihnen anschließend eine Dimension zuweist.   

DebugView

Nicht vorhanden

Vorhanden

Voraussetzungen:

  • Über Google Tag Manager Vorschaumodus
  • Oder Debug-Parameter wird mitgesendet

BigQuery Export

Nur im Google Analytics 360-Konto

Vorhanden

Anschluss an die Search Console

Möglich

Momentan nicht möglich

Suchfunktion / Search Bar

Nicht vorhanden

Vorhanden

Analytics 4 Property einrichten

Damit Du Google Analytics 4 nutzen kannst, musst Du es natürlich erst einmal einrichten. Grundsätzlich hast Du dazu drei Optionen:

  1. Analytics 4 Upgrade – Dein bestehendes Universal Analytics Konto bleibt erhalten.
  2. Neue Property erstellen – in diesem Fall musst Du einen js integrieren oder eine Implementierung mittels Google Tag Manager vornehmen.
  3. Neues Konto erstellen und neue GA4 Property anlegen – ein neues Analytics Konto kannst Du kinderleicht bei Google erstellen.

Wir gehen davon aus, dass Du schon ein Analytics Konto hast, daher werden wir uns im Folgenden auf das Upgrade auf GA4 konzentrieren. Wenn Du zu den anderen Optionen mehr erfahren willst, dann findest Du hier etwa eine Gegenüberstellung des Google Tag Managers und der Integration mittels gtag.js.

Upgrade auf Analytics 4 (GA4)

Bevor wir zum eigentlichen Ablauf des Upgrades auf GA4 kommen, einige prinzipielle Dinge:

  • Laut Google hat die Erstellung einer GA4 Property keinerlei Auswirkungen auf die bestehende Universal Analytics Property.
  • Es können grundlegende Einstellungen wie Property-Name, die URL, Währung und Zeitzone aus der Universal Analytics Property kopiert werden.
  • Wenn die Website mit dem seit 2017 bestehenden Standard gtag.js zu 100% getaggt ist, muss nichts weiter im Code ergänzt werden. Falls ein gtag.js auf der Website vorhanden ist, aber Google keine Datenerfassung unter Verwendung der vorhandenen Tags zulässt, kann dieser mit der Analytics 4 „config”-Anweisung ergänzt werden.
  • Es werden grundsätzlich nur Tags, die über ein gtag.js-Snippet getaggt sind, von Analytics 4 erfasst. Zudem gibt es einige Einschränkungen bei benutzerdefinierten Tags. Für tiefergehende Informationen zum Thema verbundene Website-Tags hat Google eine Dokumentation

Im Folgenden gehen wir davon aus, dass gtag.js verwendet wird. Das Upgrade auf GA4 erfolgt dann in diesen Schritten:

  1. Klicke in der Universal Analytics Benutzeroberfläche auf Verwaltung.
  2. In der Spalte Konto wählst Du das Konto aus, für das die Property erstellt werden soll.
  3. Anschließend kannst Du in der Spalte Property auch die gewünschte Property auswählen.
  4. Um das Setup von Analytics 4 zu starten, klickst Du einfach danach in der Spalte Property auf den „Assistent für das Einrichten einer GA4-Property“ (erster Punkt),

Voreinstellungen - Assistent für die Einrichtung einer GA4 Property

Es öffnet sich der „Assistent für das Einrichten einer Google Analytics 4-Property“

  1. Da unsere Ausgangslage ist, dass Du noch keine Analytics 4 Property besitzt, klickst Du anschließend auf den blauen Button „Erste Schritte“. Ansonsten könntest Du unter den Punkt „Ich möchte eine Verbindung mit einer vorhandenen Google Analytics 4-Property herstellen“ auch Deine Universal Analytics Property mit GA4 verbinden.
  2. Anschließend öffnet sich ein Popup – hier gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn Dein gtag.js auf 100% der Seiten korrekt implementiert wurde, dann erscheint folgendes:

Neue Analytics 4 Property erstellen Assistenten 1

  1. Wenn Dein gtag.js nicht auf allen Seiten implementiert oder ein sonstiges Problem vorliegt, ist das Kästchen ausgegraut. Und die Meldung erscheint: „Auf Basis Ihrer momentanen Tag-Einrichtung müssen Sie neue Tags auf Ihrer Website installieren, um GA4 nutzen zu können.“ Fahre in diesem Fall trotzdem fort, Du kannst das Problem in der Regel durch die Integration von nur einer Zeile zusätzlichem Code einfach beheben. Dazu weiter unten mehr.

Neue Analytics 4 Property erstellen Assistenten 2

  1. Anschließend erhältst Du die Meldung, dass beide Properties verknüpft sind. Klicke jetzt auf „GA4-Property aufrufen“.

GA 4 Property aufrufen

  1. Das war’s eigentlich schon mit der Basic-Einrichtung. Die „Optimierten Analysen“ sind in der Regel schon aktiviert, wenn Du sie abschalten oder prüfen willst, klicke auf das entsprechende Pfeilchen und Du gelangst auf eine neue Seite, wo Du durch einen Klick auf Deinen Datastream zu den Optimierten Analysen gelangst. Hier führt Dich das kleine Zahnrädchen zu einer Übersicht mit Schiebereglern, in der Du einfach und schnell den einen oder anderen Analysetyp aufnehmen oder ausschließen kannst. Wenn du planst, zukünftig Remarketing zu betreiben, dann empfehlen wir Dir, die „Google Signale“ mit einigen Klicks zu aktivieren (im Setup-Assistenten unter „Property-Einstellungen“ > „Google-Signale aktivieren“). Ggf. kannst Du Deine Analytics 4 Property auch gleich mit Google Ads verknüpfen und weitere Einstellungen vornehmen.

Datenstreams aufrufen Analytics 4

Datenstreams bearbeiten- Analytics 4

Wenn Ihr gtag.js integriert habt, aber es mit den vorhandenen Tags aus irgendeinem Grund nicht klappen will, zeigen wir Euch jetzt noch den Weg auf, wie Ihr mit nur einer Zeile Code das Problem löst:

  1. Ruft dazu noch mal den Setup-Assistenten nur diesmal in Eurer Analytics 4 Property auf.
  2. Klickt auf das Pfeilchen bei dem ersten Punkt „Tag-Installation“. Dann weiter bei der entsprechenden Property zur nächsten Seite.
  3. Auf der darauffolgenden Seite findet Ihr Eure MESS-ID. Kopiert sie Euch.

MESS-ID kopieren Analytics 4

  1. Fügt sie in folgende Codezeile ein: gtag(‚config‘, ‚XXXXXXXXXXX‘); – in diesem Fall also: gtag(‚config‘, ‚G-8139V61YMY‘);
  2. Kopiert diese Zeile unter die bereits vorhandene „config”-Anweisung in Eurem gtag.js-Snippet. Der Code sollte dann zum Beispiel wie folgt aussehen:

Code-Snippet Analytics 4

  1. Jetzt steuert Ihr die Seite ggf. ein paar Mal am besten mit dem Chrome Browser und von verschiedenen Geräten an – und schaut anschließend in den Echtzeit Modus von Analytics 4. Jetzt sollte sich eigentlich etwas tun.

Echtzeitbericht Analytics 4

Noch ein Tipp: Ihr könnt Eure Analytics Tags auch mit der Chrome Extension Google Tag Assistant testen. Wenn Ihr alles richtig gemacht habt, dann sollte in der Extension folgendes angezeigt werden.

Ereignisse in Analytics 4 als Conversions festlegen

Wenn Ihr in Universal Analytics „Zielvorhaben“ (Conversions) habt, die über gtag.js getrackt werden, werden diese innerhalb von 24 Stunden mit den genannten Einschränkungen in Analytics 4 als Ereignisse angezeigt.

Sie müssen anschließend noch als Conversions festgelegt werden. Das ist – wie bereits erwähnt – sehr einfach möglich.

Wir hatten zwei Zielvorhaben in Universal Analytics festgelegt:

  • Einmal ein Anruf-Zielvorhaben, das aber auch mit dem Klick auf einen Button verbunden war (mit Integration des entsprechenden gtag.js Code-Snippet)
  • Sowie ein zweites benutzerdefiniertes Zielvorhaben mit dem Ereignis des Sendens bei einem Kontaktformular (Contact Form – auch mit gtag.js Code-Snippet)

Code GA4 Conversion Messung

Wie bereits erwähnt werden die Ereignisse in Analytics 4 unter „Ereignisse“ > „Alle Ereignisse“ angezeigt. Hier finden sich die zwei Zielvorhaben jetzt als „call“ (Anruf) und „send“.

Alle Ereignisse GA4

Jetzt muss man nur noch die Regler nach rechts schieben und die beiden Zielvorhaben gelten auch in Analytics 4 als Conversions.

GA4 Regler nach rechts Conversion kennzeichnen

Und werden anschließend auch sofort als Conversions angezeigt („Ereignisse“ > „Conversions“)

Conversion Anzeige GA4

Neue Ereignisse könnt Ihr übrigens unter „Ereignisse“ > „Alle Ereignisse“ > „Event erstellen“ festlegen. Hier muss man einen Namen eintragen und den Parameter (z. B. page_title) und den Operator (z. B. „ist gleich“ oder „enthält`) angeben sowie einen Wert (z. B. „Dankesseite“) hinzufügen. Über die Parameterkonfiguration kann man dann anschließend auch noch beispielsweise einen value (etwa: 5) mitgeben.

Conversion festlegen Analytics 4

Conversion Anzeige nach der Wertfestlegung

Fazit

Analytics 4 bietet viele neue Funktionen, die wir nur zum Teil hier vorgestellt und getestet haben – wir haben uns auf die größten Neuerungen und Änderungen in GA4 beschränkt. Da GA4 noch nicht lange auf dem Markt ist, können wir uns wahrscheinlich auf noch mehr neue Updates und Funktionen in den kommenden Monaten freuen.

Wie bereits erwähnt verfolgt Analytics 4 einen ganzheitlichen Ansatz, der Web und App unter einem gemeinsamen Dach vereint. Mit ihm kommt ein Schwerpunkt auf Ereignisse anstatt auf Sitzungen. Gleichzeitig rückt der Nutzer und Kunde in den Fokus. Sein Lebenszyklus steht im Vordergrund über alle Plattformen und Geräte hinweg. Dabei hat Google auch die Möglichkeiten ausgebaut und vereinfacht, mit denen User auch ohne Cookies identifiziert werden können.

Auch wenn Du mit Universal Analytics vertraut bist und gerne mit ihm weiter arbeiten willst, empfehlen wir Dir, jetzt schon auf Analytics 4 upzudaten und dich langsam mit der neuen Benutzeroberfläche, den neuen Funktionen und dem anderen Ansatz vertraut zu machen. Denn Analytics 4 gehört definitiv die Zukunft.