Google Shopping bald kostenlos – Vorteile und Hintergründe

Google Shopping ist jetzt teilweise kostenlos. Leider noch nicht hierzulande, aber in den USA. Ende des Jahres soll auch Deutschland folgen. Als Grund für diesen Schritt gibt Google die Corona-Krise an. Erfahre in diesem Beitrag mehr zu den Hintergründen und welche Vorteile sich für den Online-Handel ergeben.

Was wird genau an Google Shopping kostenlos?

Die kostenlosen Einträge erscheinen ausschließlich im Google Shopping Tab, nicht aber in den Karussell-Anzeigen in den normalen Google Suchergebnissen. Die Karussell-Anzeigen sind weiterhin kostenpflichtigen Ads vorbehalten. Seit einigen Jahren ist hier Google allerdings durch das Wettbewerbsrecht gezwungen, auch Ergebnisse von anderen Produktsuchmaschinen anzuzeigen, die die Ads zum Teil deutlich günstiger anbieten.

Wie viel Traffic bekommt der Shopping Tab?

Das kann nur vermutet werden, denn konkrete Zahlen gibt es nicht. Schätzungen zufolge liegt der Anteil unter 20%. Wir halten 20% eher noch für zu hoch gegriffen. In der Zukunft wird sich das aber vielleicht ändern, wenn sich Google Shopping noch stärker als Produktsuchmaschine etabliert. Dann könnte Google Marktanteile gegenüber Amazon gut machen, den Marktplatz, auf dem momentan ca. 50% der Produktsuchen stattfinden.

Google Shopping Tab und Shopping Karussell

Welche Vorteile hat kostenloses Google Shopping für den Online-Handel?

Mit den kostenlosen Google Shopping Einträgen haben jetzt Online-Händler die Möglichkeit, ohne finanziellen Aufwand neue Kunden zu erreichen. Das ist gerade für kleine und mittlere Einzelhändler mit geringem Budget ein großer Vorteil, da es für sie in der Regel auch mit Schwierigkeiten verbunden ist, in der organischen Suche gefunden zu werden.

Wer bereits auf Google Shopping aktiv ist, der kann seine bezahlten Kampagnen durch kostenlose Einträge ergänzen, wodurch voraussichtlich die Kosten gesenkt werden können.

Den neuen Nutzern des Merchant Centers verspricht Google, in den kommenden Wochen und Monaten den Onboarding-Prozess zu vereinfachen.

Warum bietet Google jetzt kostenlose Shopping Einträge?

Offiziell nennt Google die Corona-Krise als Grund für diese Entscheidung. Das Online-Geschäft wäre jetzt die Lebensader des Einzelhandels und das sei zwar auch eine Chance, aber viele Unternehmen hätten nicht die finanziellen Ressourcen, im großen Maßstab mit den Verbrauchern online in Kontakt zu kommen. Vor diesem Hintergrund hätte man sich bei Google entschlossen, Merchants die Möglichkeit zu geben, kostenlos auf Google zu verkaufen. Soweit eine grobe Zusammenfassung, das Original Statement von Bill Ready, Chef von Google Commerce, findest Du hier.

Kenner der Szene vermuten jedoch auch noch andere Gründe für diesen Schritt von Google. So ist Google inzwischen nicht mehr die erste Anlaufstelle für Produktsuchen, Amazon hat hier die Nase vorn, aber auch eBay macht der Suchmaschine Konkurrenz. In den USA steht zudem Google im Wettbewerb mit Einzelhandelsriesen wie Walmart und Nischenportalen wie Etsy. Mit Freigabe eines Teils von Google Shopping für die kostenlose Nutzung könnte Google versuchen, Marktanteile gut zu machen und Google Shopping langfristig als Produktsuchmaschine Nummer 1 zu etablieren. Händler, die die Shopping Möglichkeiten erfolgreich kostenlos nutzen, werden an Google gebunden und vielleicht der Konkurrenz abspenstig gemacht. Wenn die Verbraucher merken, dass sie bei Google Shopping die größte und beste Auswahl haben, werden sie das Google Produkt anderen Produktsuchmaschinen vorziehen.

Vergleich Google Amazon Produktsuche

Datenquelle: Jumpshot. Inc

Wie kann man die kostenlose Shopping Möglichkeit nutzen?

Wie bereits erwähnt, steht momentan die kostenlose Google Shopping Möglichkeit nur für die USA zur Verfügung. Um sie zu nutzen, klickt man im Merchant Center im Menü links auf “Wachstum” und dann auf “Programme verwalten“. Im nächsten Schritt muss man die Programmkarte “Google-Plattformen” auswählen. Anschließend muss man verschiedene Angaben machen und die notwendigen Einstellungen vornehmen.

In unserem Beitrag „Google Shopping einrichten“ kannst Du mehr zum Merchant Center erfahren, u.a. auch, wie man einen Produktdatenfeed für Google Shopping erstellt.

Google Merchant Center Plattformen

Google-Plattformen – neues Powertool mit unbekanntem Impact

Google-Plattformen soll zukünftig noch viel mehr können, als nur Einträge im Google Shopping Tab auszuspielen. So sollen die Ergebnisse auch in der organischen Google Suche als Rich Snippets, bei den Bildern und bei Google Maps angezeigt werden. In der Android App zur Bilderkennung Google Lens sollen die Ergebnisse ebenfalls in naher Zukunft erscheinen. Auch wenn es die entsprechende Programmkarte im Merchant Center bereits gibt, sind alle Möglichkeiten nach unserer Kenntnis bisher nur in den USA verfügbar. Weitere Informationen zum Thema findest Du auch hier.

Fazit

Die neue kostenlose Google Shopping Möglichkeit bietet Vorteile sowohl für den Online-Handel als auch für Google. Eine klassische Win-Win-Situation. Online-Händler profitieren von einem kostenlosen Einstieg in Google-Shopping und haben die Chance, ihre Produkte ohne finanziellen Aufwand einem breiten Publikum vorzustellen. Werbetreibende, die bereits Google Shopping nutzen, können sich über sinkende Werbebudgets freuen. Und Google kann seinen Marktanteil bei der Produktsuche mit der neuen Möglichkeit wahrscheinlich ausbauen. Hat ein Händler erst einmal im Merchant Center alle Einstellungen vorgenommen und den Produktdatenfeed hochgeladen, ist es nur ein kleiner Schritt, auch kostenpflichtige Product Listing Ads (PLA) zu schalten.  Mit diesen neuen Kunden kann Google wahrscheinlich langfristig die Verluste ausgleichen, wenn nicht sogar seinen Gewinn steigern. In gewisser Weise ist die Entscheidung, Google Shopping Listings jetzt auch kostenfrei anzubieten, für Google auch ein „Back to the Roots“: Google hat nicht nur lange Erfahrung im Anbieten kostenloser Dienste, die sich für das Unternehmen irgendwann auf die eine oder andere Weise auszahlten, auch die erste Version seines Shopping-Dienstes (der damals Froogle hieß) war kostenfrei.

 

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