Ein Website Relaunch eröffnet neue Möglichkeiten. Aber er ist auch mit Risiken behaftet. Er bietet die Chance Fehler in der Architektur, in der Kaufabwicklung und in der Suchmaschinenoptimierung endlich zu beseitigen. Und es kann mit ihm zum Beispiel ein neues Content Management System etabliert und neue Produkte bzw. Produktkategorien eingeführt werden. Ein neues Design und neue Funktionen sorgen für frischen Wind für den eigenen Webauftritt.

Das Internet ändert sich schnell und irgendwann wird es notwendig, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Gleichzeitig ist ein Website Relaunch mit großem Aufwand und auch mit beachtlichen Kosten verbunden. Technische und strukturelle Änderungen müssen frühzeitig und sorgfältig geplant werden. Fehler bei der Umsetzung können zu einem Ausfall bestimmter Funktionen oder zu schlechteren Rankings bei Suchmaschinen führen. Das kann als Folge einen Einbruch der Umsätze haben. Im Zweifel sollten Sie sich daher immer an eine spezialisierte Agentur wenden, die den Relaunch unterstützend begleitet. In unserer Step-by-Step Website Relaunch Checkliste führen wir die wichtigsten Punkte auf, die Sie bei einem Neustart Ihrer Internetpräsenz auf keinen Fall vernachlässigen sollten.

#Step1 Website-Analyse

Bevor Sie einen Relaunch in die Tat umsetzen, sollten Sie erst einmal wissen, was Sie konkret ändern wollen und vor allem auch: warum. Dazu müssen Sie die Probleme, aber auch die Stärken, Ihres bisherigen Webauftritts identifizieren.

Neben Brainstorming und Diskussion im Team stehen Ihnen dazu auch diese drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Website-Analyse: Hierzu können Sie Experten beauftragen oder Analyse-Tools verwenden. Erste Einblicke liefern die Google Search Console und Google Analytics. Während die Search Console Ihnen die SEO Fehler Ihres bisherigen Webauftritts aufzeigt, können Sie mit Analytics herausfinden, an welcher Stelle die Nutzer abspringen. Indikatoren für die Qualität der Website sind neben der Absprungrate bei Analytics auch die Zahl der aufgerufenen Seiten, die durchschnittliche Sitzungsdauer und natürlich die Conversions.
  • Wettbewerbsanalyse: Identifizieren Sie Ihre wichtigsten Wettbewerber und analysieren Sie, wo diese einen Vorsprung haben und wenn ja, aus welchen Gründen. Vergleichen Sie zum Beispiel die Top-Rankings (etwa mit der Sistrix Toolbox) bei gleichen Produkten und prüfen Sie die Landingpages sowie die in SEO relevanten Faktoren (Titles, Meta-Descriptions, H-Überschriften, Texte und Technik). Mit der aktuellen Positionierung Ihrer Website im Markt im Hinterkopf fallen Ihnen sicher viele Ideen ein, wie Sie Ihren Webauftritt weiter verbessern können.
  • Kundenfeedback: Auch Feedback von Kunden kann hilfreich sein, um die Probleme einer Website zu ermitteln. Fragen Sie Ihre Kunden beispielsweise über Social Media, wo sie noch Verbesserungspotenzial sehen und was sie gerne geändert haben möchten.

Haben Sie sich ausführlich und planvoll Gedanken darüber gemacht, was die Schwachstellen Ihres momentanen Webauftritts sind, können Sie zum nächsten Schritt übergehen.

#Step2 Zieldefinition

Durch die Analyse Ihres bisherigen Webauftritts wissen Sie, was gut ist an Ihrer Website und sich bewährt hat und was geändert werden muss. Auf dieser Basis müssen jetzt konkrete Ziele definiert werden. Der Umfang der Änderungen kann unterschiedlich sein. Wollen Sie nur einzelne Punkte ändern oder die Website komplett neu aufsetzen? Achten Sie auf jeden Fall immer darauf, dass die nötigen Ressourcen auch zur Verfügung stehen.

U. a. sollten Sie folgende Punkte bei Ihrer Ressourcenplanung und Zieldefinition berücksichtigen:

  • Altes oder neues Design / Layout?
  • Bestehender oder neuer Server?
  • Bisheriges oder neues CMS?
  • Bestehende oder neue Seitenarchitektur?
  • Optimierung für Mobilgeräte (Responsive Design?)

Ein Website Relaunch ist ein sehr umfangreiches Vorhaben, dass in der Regel mehrere Bereiche in einem Unternehmen betrifft. Sie sollten von Anfang an alle einbeziehen, damit es nicht zu einem bösen Erwachen kommt. Dadurch erhalten Sie in jedem Schritt der Umsetzung Feedback über mögliche Fortschritte und Probleme von den Spezialisten und können zeitnah reagieren.

#Step 3 Strategieentwicklung

Die Zieldefinition ist die Grundlage für die Entwicklung der richtigen Strategie. In diesem Schritt konzeptionieren Sie einen konkreten Fahrplan, um die Ziele umzusetzen. Haben Sie die Planung abgeschlossen, müssen Sie im Anschluss die Aufgaben verteilen.

#Step 4 Aufgabenverteilung

Bei einem Website Relaunch müssen Experten aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern zusammenarbeiten. Verteilen Sie frühzeitig die Aufgaben und holen Sie sich ggf. externe Unterstützung für Bereiche, die sie nicht inhouse abdecken können. Jeder Beteiligte sollte ein detailliertes Briefing erhalten. Je nach Umfang des Relaunches benötigen Sie u. a. Fachleute in den folgenden Bereichen:

  • Technik
  • Design
  • Content
  • Bilder
  • SEO
  • Usability

# Step 5 Design und Layout

Der erste Eindruck ist entscheidend und daher ist das Design ein wichtiger Faktor bei einem Website Relaunch. Ein Redesign ist dann sinnvoll, wenn die Gestaltung des Webauftritts nicht mehr den modernen Standards genügt oder das Corporate Design sich geändert hat. Design und Layout von Websites entwickeln sich ständig weiter. Was heute noch angesagt ist, kann morgen schon veraltet wirken. Daher müssen Webdesigner sich ständig über neue Trends informieren. Zum Design zählen nicht nur Schriften und Farben, sondern auch die Bilder, ggf. Videos und vieles mehr. Um Bilder zu erstellen, die auf den Kunden ansprechend wirken, müssen Sie eventuell zusätzlich ein professionelles Fotostudio engagieren. Sorgen Sie bei Ihrem Website Relaunch auf jeden Fall für ein zeitgemäßes Design, damit Ihre Kunden auf den ersten Blick von Ihrer Internetpräsenz überzeugt werden.

#Step 6 Aufbau und Struktur

Der Seitenarchitektur kommt bei Websites ein zentraler Stellenwert zu. Nicht nur Besucher profitieren von einer stringenten Seitenarchitektur, auch Google und Co. können dadurch Ihre Website besser verstehen. Auf Folgendes sollten Sie bei der Struktur Ihrer Website achten:

  • Konsistenz: Die Website Struktur sollte logisch und sowohl für Besucher als auch für Suchmaschinen immer nachvollziehbar sein.
  • Flache Hierarchie: Jeder Punkt der Website sollte mit höchstens 5 Klicks erreichbar sein.
  • Navigation: Diese sollte so einfach wie möglich gehalten werden – sowohl für Desktop als auch für Mobilgeräte.

Auch was die URLs betrifft, sollte man einige Dinge beachten. URLs sollten immer:

  • selbsterklärend und nicht kryptisch sein
  • die Seitenarchitektur widerspiegeln
  • das wichtigste Keyword enthalten
  • nicht zu lang sein
  • keine Großschreibung und Sonderzeichen enthalten
  • mit Bindestrichen (“- “) Keywords trennen

#Step 7 Keywordrecherche

Bevor Sie neuen Content erstellen, sollte eine Keywordrecherche erfolgen. Keywords, auch wenn Ihre Bedeutung in den vergangenen Jahren abgenommen hat, spielen immer noch eine wichtige Rolle in SEO. Sie sollten sich daher fragen:

  • Über welche Suchbegriffe kommen die Besucher auf meine Website?
  • Welche Begriffe werden im Zusammenhang mit meinem Angebot überhaupt gesucht und wie oft?
  • Für welche Suchbegriffe hat mein Angebot das größte Potenzial?
  • Wie ist die Wettbewerbssituation bei den für mich relevanten Suchbegriffen?

Zur Keywordrecherche online verschiedene Tools zur Verfügung. Die meisten Tools, die das exakte Suchvolumen ausspielen, sind allerdings kostenpflichtig. Drei populäre Tools zur Keyword-Recherche sind zum Beispiel:

  • Google Ads Keyword Planer: Hier erhält man das exakte Suchvolumen direkt von Google, Keywordvorschläge sowie den durchschnittlichen CPC. Man benötigt allerdings eine laufende Google Ads Kampagne, damit der Planer das exakte Suchvolumen ausspuckt, sonst muss man sich mit groben Einstufungen (z. B. 100-1000) begnügen.
  • Ubersuggest: Eines der wenigen kostenlosen Tools, das noch das exakte Suchvolumen liefert. Neben dem Suchvolumen erhält man bei diesem Tool auch Keywordvorschläge, den CPC sowie eine SEO Difficulty und eine Paid Difficulty. Zudem bekommt man auch den Suchvolumentrend angezeigt.
  • keywordtool.io Dieses populäre Tool zeigt in der kostenlosen Version die Reihenfolge der untersuchten Keywords nach Suchvolumen an. Es eignet sich in der kostenlosen Version vor allem zur Recherche von Longtail Keywords, deren exakte Suchvolumina dann ggf. mit einem anderen Tool ermittelt werden können.

Screenshot Ubersuggest

#Step 8 Erstellung von Content und Meta-Daten

Grundsätzlich sollten Sie sich bei einem Website Relaunch immer fragen, welcher Content übernommen werden kann, welcher optimiert werden muss und für welche Produkte / Kategorien / Suchbegriffe es sich anbietet, neuen Content zu kreieren.

Folgende Punkte sollten Sie dabei immer beachten:

  • Sprechen die Inhalte meine Zielgruppen an?
  • Liefert der Content alle wichtigen Informationen?
  • Hat der Text einen Mehrwert und weckt die Neugier beim Nutzer?
  • Ist der Text gut lesbar und klar strukturiert?
  • Werden die Nutzer zu den gewünschten Handlungen motiviert (z. B. Produktkauf)?
  • Sind die Inhalte SEO optimiert?

Texte sollten immer für die Nutzer geschrieben werden und diese ansprechen. Gleichzeitig empfiehlt es sich im Content Marketing nach wie vor, die Inhalte auch für Suchmaschinen zu optimieren. Hier ist vor allem die richtige Keyword Verwendung ausschlaggebend. Ein Verfahren mit der man diese ermitteln kann, ist zum Beispiel die WDF*IDF Analyse.

Grundsätzlich sollten Texte aus SEO-Sicht:

  • auf die zwei, drei wichtigsten Keywords optimiert sein
  • durch eine H1-Überschrift und weitere Unterüberschriften strukturiert sein
  • in der H1 das wichtigste Keyword aufführen
  • Proof-Terme enthalten (u. a. WDF*IDF)
  • keywordoptimierte Links zu verwandten Themen auf der Seite enthalten

Gleichzeitig mit dem Content sollten auch Titles und Meta-Descriptions für die Seiten erstellt werden, weil diesen Meta-Elementen immer noch eine sehr große Bedeutung in SEO zukommt.

Best Practice für Titles ist:

  • Verwendung des Hauptkeywords zu Beginn des Seitentitels
  • Einzigartigkeit (jede Seite benötigt einen uniquen Seitentitel)
  • Eine Länge von ca. bis zu 60 Zeichen inklusive Leerzeichen bzw. 600 Pixel
  • Optimierung für den User (zum Klicken animieren und relevant für den Seiteninhalt sein)

Best Practice für Meta-Descriptions ist:

  • Eine kurze Zusammenfassung des Seiteninhalts
  • Einzigartigkeit (jede wichtige Seite sollte eine unique Seitenbeschreibung besitzen)
  • Weckung von Interesse / Neugier beim Nutzer
  • Länge von 70-155 Zeichen
  • Verwendung des Hauptkeywords (hat keinen direkten Einfluss auf das Ranking, wird aber gefettet bei der entsprechenden Suchanfrage angezeigt)
  • Erhöhung der Aufmerksamkeit durch Sonderzeichen wie Häkchen

#Step 9 Pagespeed

Damit Besucher ein positives Nutzungserlebnis haben, sollte die neue Website auch von Anfang an auf Pagespeed optimiert sein. Den Zusammenhang von langsamen Ladezeiten und hoher Absprungrate belegen nicht nur zahlreiche Studien, die Ladegeschwindigkeit ist auch ein offizieller Google Ranking Faktor. Lange Ladezeiten haben oft als Ursache, dass die Seite überfrachtet ist mit Funktionen und Widgets. Eine schlanke Webseite ist unter diesem Aspekt häufig besser. Auch die Reaktionszeit der Website spielt eine wichtige Rolle, daher sollten Sie auch in Hinblick auf den Server eine Ihren Anforderungen gerecht werdende Lösung einsetzen. Hier zu sparen, zahlt sich langfristig nicht aus. Zudem sollte, wenn möglich, ein Caching vorhanden und alle Bilder komprimiert sein. Die Bildgröße ist meist ein entscheidender Faktor in Hinblick auf die Seitengröße und daher auch in Bezug auf die Ladezeiten. Weitere Tipps zur Reduzierung der Ladezeiten erhalten Sie bei Tools wie PageSpeed Insights. Wenn das Thema für Sie relevant ist, schauen Sie auch gerne bei unserem Beitrag „Website Speed testen“ vorbei – hier stellen wir die wichtigsten Tools zur Ladezeiten Messung und Optimierung vor.Screenshot PageSpeed Insights

#Step 10 Mobile Optimierung

Gerade einige ältere Projekte sind noch nicht optimal für Mobile Endgeräte optimiert. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie das mit dem Website Relaunch unbedingt ändern. Denn die Mehrheit der Nutzer findet inzwischen über Smartphones und Tablets zu Ihrer Internetpräsenz. Und die “Mobile Friendliness” ist offizieller Google Rankingfaktor. Der Mobilen Optimierung kommt daher ein zentraler Stellenwert zu. Der Standard für Websites ist Responsive Design.

Folgendes sollten Sie bei der Mobilen Optimierung u. a. beachten:

  • Nutzer navigieren über Touchscreen bzw. Spracheingabe – die Navigation muss mobilgerecht sein.
  • Die Displays sind erheblich kleiner – alle Inhalte müssen hier richtig angezeigt werden. Die Schrift muss zum Beispiel gut lesbar bleiben.
  • Mobilgeräte können häufig nicht Java und Flash darstellen.
  • Die Internetverbindung ist häufig nicht immer gut – die Ladezeiten sind bei Mobilen Endgeräten ein besonders kritischer Faktor.
  • Mit dem Meta-Tag Viewport können Sie mobilen Browsern mitteilen, wie breit der virtuelle Viewport sein soll.

#Step 11 Weiterleitungen

Aus SEO-Sicht ist die Einrichtung der Weiterleitungen (Redirects) der wichtigste Punkt. Denn ohne 301-Weiterleitungen gehen die bestehenden Rankings verloren und man muss – wenn man Pech hat – wieder komplett bei null beginnen. Aber nicht nur für Google und Co. sind Redirects wichtig, auch Nutzer, die die alten URLs etwa über Backlinks aufrufen, sollten auf die richtige Seite weitergeleitet werden.

Grundsätzlich sollten alle Seiten der alten Website einen 301-Redirect bekommen. Dazu müssen im ersten Schritt alle URLs erfasst werden. Das geht über das Content Management System, aber auch zum Beispiel über Google Analytics oder die Search Console, wenn zumindest ein Aufruf bzw. eine Impression vorhanden ist.

Sind aller URLs einer Website erfasst, muss ein Weiterleitungsplan erstellt werden. Das kann man zum Beispiel mit Excel oder Google Sheets. Wichtig ist dabei, dass eine Seite der alten Website immer der Seite der neuen Website zugeordnet wird, die den gleichen oder am meisten ähnlichen Inhalt besitzt. Ist das URL-Mapping fertig, kann der Code für die .htaccess-Datei erstellt werden. Dazu kann man auch ein Tool wie den 301 Redirect Generator von netgrade verwenden. Anschließend können die Weiterleitungen in die .htaccess integriert werden. Die Weiterleitungen sollten unbedingt mit dem Relaunch der Website live gehen, damit ein reibungsloser Übergang gewährleistet ist. Danach empfiehlt es sich, noch einmal alle Weiterleitungen zu überprüfen.

Website Relaunch Check für Weiterleitungen:

  1. Alle URLs erfassen
  2. Allen URLs eine URL auf der neuen Website zuweisen (möglichst gleicher Inhalt)
  3. Erstellen des Redirect Codes
  4. Testen der .htaccess auf Korrektheit mit Tools
  5. Bei Livegang der neuen Website Hochladen der .htaccess-Datei auf den (alten) Server
  6. Erneut prüfen, ob alle Redirects funktionieren
  7. Ständiges Monitoring der Rankings nach Website Relaunch und reagieren auf negative Entwicklungen

#Step 12 Interne Links & Canonicals

Auch die internen Links und Canonicals müssen auf die neuen URLs verweisen. Bei internen Links ist es, sofern die Redirects korrekt implementiert worden sind, weniger kritisch, weil die alten URLs auf die neuen URLs weiterleiten. Dennoch sollten auch hier unbedingt die URLs angepasst werden, weil jede Weiterleitung nicht nur Ladezeit, sondern auch SEO PageRank kostet.

Zu Anpassung der internen Verlinkung ist es in der Regel sinnvoll, den neuen Webauftritt in einer Testumgebung live zu stellen. Damit Crawler von Suchmaschinen die Website nicht vor dem offiziellen Relaunch besuchen und indexieren, kann man diese über die .htaccess-Datei mit einem Passwort schützen. Für WordPress und andere CMS Systeme stehen auch nützliche Plugins und Add-ons bereit, mit denen man eine Änderung der Links einfach umsetzen kann.

Sofern Canonicals vorhanden sind, müssen diese natürlich auch angepasst werden – ansonsten drohen Indexierungsprobleme und Ranking-Verluste. Mit Canonicals wird allgemein bei mehreren Seiten mit gleichem oder sehr ähnlichem Inhalt eine kanonische URL festgelegt, die allein von Suchmaschinen indexiert werden soll. So kann Duplicate Content verhindert werden. Die Canonicals nicht anzupassen, ist bei Website Relaunches ein häufiger Fehler und vermasselt oft den ganzen Neustart.

#Step 13 Indexierung

Die schnelle Indexierung der neuen Website kann auf verschiedene Weise umgesetzt werden. Eine Möglichkeit ist eine XML Sitemap. Eine XML Sitemap ist grundsätzlich zu empfehlen, wenn:

  • Es sich um eine verschachtelte Seite mit zahlreichen Kategorien etc. handelt
  • Häufig neue Seiten online gestellt werden oder es oft Änderungen an Seiten gibt

Google stellt eine Dokumentation zu XML Sitemaps zur Verfügung. Die erstellte XML Sitemap sollte anschließend in der Google Search Console eingereicht werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die URLs direkt in der Search Console crawlen zu lassen und eine Indexierung zu beantragen. Eine Möglichkeit, die wir nach einem Website Relaunch unbedingt nutzen würden.

Wenn es zu einem Wechsel der Domain kommt, ist zu empfehlen, das Search Console „Tool zur Adressänderung“ (unter „Einstellungen“) zu verwenden. Das Tool sollte erst eingesetzt werden, wenn bereits alle Weiterleitungen eingerichtet sind. Für folgende Fälle ist das Tool nicht geeignet:

  • Wechsel von http auf https
  • Verschiebung innerhalb einer Website
  • Verschiebung von www. auf non-www oder umgekehrt

Das Tool zur Adressänderung ist also nur bei echten Domainänderungen einsetzbar, bei diesen sollte es aber unbedingt verwendet werden. Google stellt hier ebenfalls eine Dokumentation zur Verfügung.

Screenshot Tool zur Adressänderung

Achten Sie auch darauf, dass die neue Website eine neue robots.txt bekommt, die das Crawling erlaubt. Sonst kann es zu Indexierungsproblemen kommen.

#Step 14 Internationalisierung

Wenn mit dem Website Relaunch eine Internationalisierung verbunden ist, müssen einige Dinge beachtet werden. Zunächst sollte ein Plan erstellt werden, der alle Details und länderspezifischen Besonderheiten berücksichtigt, anschließend müssen die technischen Anforderungen (Website, Server etc.) geklärt, dann die Inhalte übersetzt und der laufende Betrieb sichergestellt werden. Aus SEO-Sicht ist bei einer Internationalisierung unbedingt die Integration von hreflang-Tags zu empfehlen. Einen ausführlichen Artikel zu „hreflang SEO“ finden Sie auf dieser Website.

#Step 15 Testing

Ein Website Relaunch sollte detailliert vorbereitet werden. Dazu empfiehlt es sich eine Testumgebung einzurichten. Damit die Website nicht vor dem Relaunch begutachtet werden kann, sollte sie über einen passwortgeschützten Zugang verfügen. Dieser lässt sich über die .htaccess einrichten. Es stehen online einige Generatoren zur Verfügung, die den entsprechenden Code für die .htaccess erzeugen.

Prüfen Sie immer Ihre Website auf Herz und Nieren, bevor Sie sie online stellen. Denn weder Nutzer noch Suchmaschinen verzeihen in der Regel Fehler. Damit alle Beteiligten immer auf dem Laufenden sind, sollten Sie jeden Umsetzungs-Schritt dokumentieren.

Website Relaunch Checkliste kurz vor dem Livegang:

  • Wurden 301 Weiterleitungen für alle URLs integriert und funktionieren sie?
  • Sind die internen Links und Canonicals angepasst?
  • robots.txt & Index / Noindex Meta-Tag: Sind alle Seiten der neuen Website crawlbar?
  • Funktioniert das Responsive Design?
  • Wurde die Website auf Darstellungsfehler geprüft?
  • Funktioniert der Bestellprozess?
  • Funktioniert die Navigation?
  • Wird die Domainänderung zeitnah Google mitgeteilt (Tool zur Adressänderung)?
  • Ist die schnelle Indexierung sichergestellt (XML Sitemap, Search Console)?
  • Sind alle Codes für das Tracking implementiert (Analytics, Search Console)?
  • Bei Internationalisierung: Ist der Content komplett übersetzt?
  • Bei Internationalisierung: Wurden hreflang Tags integriert?
  • Ist das Monitoring gewährleistet?

Fazit

Im Idealfall bleibt bei einem Website Relaunch die Sichtbarkeit nicht nur erhalten, sondern erhöht sich sogar in den folgenden Monaten. Aber es kann auch einiges schiefgehen – bis hin zum völligen Absturz der Website. Wenn Sie die von uns in unserer Website Relaunch Checkliste aufgeführten Punkte berücksichtigen, müsste beim Relaunch alles klappen. Planen Sie auf jeden Fall Zeit für ein ausführliches Testing ein, sodass Sie mögliche Probleme frühzeitig erkennen.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start mit Ihrer neuen Website – bei Fragen zum Thema können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.